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Kalt wie Stahl

Es lag noch immer Schnee, teilweise bis kurz unters Knie. Kein Wetter für einen offenen Krieg. Die Zeit ist verronnen wie im Fluge, die Heiler und ihre Helfer hatten im inneren Gormark alle Hände voll zu tun, mein Kopf musste genäht werden, die Wunde wurde gut versorgt, nur der Kopfverband lies mich an meinen Sturz zurück denken. Längst hatte ich die lederne Rüstung meines Vaters wieder angezogen, ich bin in die dritte Einheit der Leichten Plänkler eingeteilt worden. Leutnant Karl gibt klare Anweisung über das was wir zu tun und zu lassen haben. Nicht anders als Zuhause. Ich habe immer gewusst, das all die Jahre bei meinem Weib nicht sinnlos gewesen waren. So habe ich doch zumindest für diese Zeiten meine Lektion sinnvoll genutzt. Aber ich möchte noch berichten, was in der Zeit meines Lazarett Aufenthaltes vor den Toren der Festung vor sich ging.

Hauptmann Rotbart gab nach einigen Tagen den Befehl zum Ausfall.

Das Nordtor Gormarks wurde hoch gezogen, etwa 3 Dutzend schwere Reiter strömten durch das Nadelör und fächerten direkt davor in Formation auf. Das war der Moment an dem die Bögen und Armbrüste der Chaosarmee gefragt wurden. Pfeile und Bolzen prallten auf den kalten Stahl borbanorischer Wappenschilder und fraßen sich darin fest, kaum ein Reiter kam zu Fall. Als die blecherne Reiterei sich ihrem Ziel, den Tribocken, näherte, war es für jeden von ihnen deutlich zu erkennen. Die Schützen der Dunkelheit wurden von einer breiten Armee Nahkämpfer durchschritten. So das auf jeden borbanorischen Reiter gut und gerne 10 Kämpfer Malagashs kamen, die Tribocke in ihrem Rücken sichernd. Kurz vor dem großen Aufprall drehte die Reiterei geschlossen links bei, die Jünger des Chaos eilten so schnell sie konnten herum um die offene Flanke zu verschließen. Die Reiterei drehte ab und ritt in den nahegelegenen Forst. „Ihr Untergang!” „Was für Narren.” „Wir sind verloren” tönte es von den Wällen.

Was keiner von ihnen wusste, ist das die Reiterei jenseits der Hügelkuppen die Täler einsehen konnte und ihre Strategie aus jenem Grunde änderte.

Von den Wällen Gormarks sah es so aus als würde das orkische Gezücht davon laufen. Nichts war mehr zu sehen nur die Tribocke die plötzlich ungeschützt auf freier Pläne, von ihren Baumeistern und dessen Männern geschützt, standen. Das war der Moment den die Reiterei abgewartet hatte. Doch warum liefen die Horden davon?

Martin, einer der Reiter, den ich aus den wöchentlichen Wehrübungen unserer Miliz, bei denen ich im Umgang mit kurzen Waffen lernte, gut kannte, erzählte es mir so:

„Als wir dem Tode ins Auge zu blicken gezwungen waren und die Speere der grünen Pest auf die Brustkörbe unserer Pferde gerichtet, wie eine Wand des Todes vor uns standen, kam der Schrei des Oberleutnants. Wir rissen die Zügel herum und ritten parallel zu der grunzenden Brut nach Westen. Wir folgten dem Oberleutnant in Zweierreihe, erst war es das bloße Ausführen des Befehls ohne zu verstehen warum wir das taten, als ein Blick in den Rücken der grünen Armee mein Seele springen ließ. Sythische Banner am Horizon! Endlich, sie waren da!”

Wo er mir davon erzählte könnt ihr euch sicher denken. Mir wäre auch lieber gewesen, selbst Augenzeuge gewesen zu sein, aber die Verletzung meines Kopfes ließ das nicht zu.

Martin ritt auf Befehl des Oberleutnants aus dem Wald und eliminierte mit seiner Einheit die Baumeister an ihren Tribocken. Das Zerschlagen der gewaltigen Schussapparate war nun ein Leichtes. Die Reiterei machte sich bereit zum Sturm ins Tal, um gemeinsam mit den Verbündeten aus Sythia den Feind zu stellen. Ein Blutbad höchster Grausamkeit, ein Gemetzel, das viele Leben kostete, wütete über Stunden. Der Schnee färbte sich rot, das gesamte Tal wirkte wie ein See aus Blut.

Martin wurde von einem riesigen Mann, welchen ich nicht kannte, ins Lazarett getragen. Beeindruckend, wie ich fand. Auf einer Schulter, mit nur einem Arm haltend, trat der Hüne mit ihm durch die Tür. Martin wog gut und gerne 90 Stein, in Kettenzeug und Reiterplatte gut und gerne 140 Stein. Der Hüne piktischer Abstammung verschwand ebenso schnell wie er aufgetaucht war. Martin lag regungslos auf der Liege, auf die er gebettet wurde, sein langes blondes Haar war schwarz von Asche durchzogen, der glänzende Stahl der Bjergener-Reiterplatte war blutbenetzt. Dann sah ich es, Martin hat sein linkes Auge verloren. Sein Gesicht war von der Explosion eines Sprengfasses entstellt. Hinterhältige Goblins, die wie aus dem Nichts auftauchen und mit einem Knall riesige Gassen in borbanorische und sythische Einheiten sprengen.

Letzten Endes weiß ich nicht ob ich froh bin, nicht dort gewesen zu sein und der Bauer zu bleiben, der ich bin...

Zurzeit ist es Still. Das Chaosheer hat sich in die Wälder zurückgezogen, die Sythische Armee hat in Gormak Einzug genommen.

Die Moral steigt und der Glaube, den Krieg gewinnen zu können wächst von Tag zu Tag.

Der Schnee ist fort, der Frühling scheint Einzug zu nehmen. Ein Wettlauf mit der Zeit hat begonnen.

Wann wird die Finale Schlacht Borbano und seine Brüder endlich erlösen?