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König Warnulf der I. Torwendil

Warnulf der I. ist ein Held, der Aklon durch finstere und bewegte Zeiten führte, wie es sie auf eigenem Boden seit König Agart Narsal dem Thronräuber (4253-4262) nicht mehr gab. Es gelang ihm am Schattenhorn Kaiser Laikir den 39., oder auch Prinz Dorgul, zurückzuschlagen. Er eroberte das Gebiet auf dem das heutige Urs Sanktum ist und überantwortete es der Kirche. Er beendete die Schwertzüge und unter seiner Führung kämpften aklonische Truppen an vielen Fronten im Krieg gegen Kolte. Er gilt als diszipliniert und kraftvoll, als guter Stratege der weiß wann er durchgreifen muss und wann es Augenmaß zu halten gilt. Er ist nicht weise, aber bedacht und voraussehend. Doch müsste man besser sagen er galt als all dies.

Sein Leben ist von persönlichen Krisen geschüttelt. Er verlor seine Erstgeborene Tochter Meredith in einem bestialischen Attentat durch Kultisten. Erst durch dieses Unglück wurde der Aufstieg Dorguls möglich und das Bemühen um eine Versöhnung mit Hadran starb 5009 mit ihr. Im Krieg gegen Kolte wurde ihm seine Frau, Gudrun, ebenso durch ein Attentat genommen. Zuletzt wurde er selbst bei einem Anschlag schwer entstellt. Sein Erstgeborener Sohn Ubald ist eine Enttäuschung für ihn. Die Tugenden, die er selbst am meisten schätzt sind an diesem verloren und durch, wie man ihn sagen hörte „eine Befähigung zur langen Beschäftigung mit Nutzlosem“ ersetzt worden. Seine Kinder Elisabeth und Konrad sind seine letzte Freude.

Seine Frau, eine ultorianische Priesterin, war seine moralische und persönliche Vertraute, als er sie verlor konnte man beobachten, wie ihm mehr und mehr die Kontrolle über sich und das Reich zu entgleiten begann. Tobsuchtsanfälle und Verfolgungswahn, ohne Zweifel bestärkt durch die Angriffe auf ihn und seine Familie, treten offen hervor. Herzöge beginnen Anweisungen „kreativ zu interpretieren“ und als er zum Kriegsrat und zur Mobilmachung gegen einen unbekannten Feind aufrief fanden sich manche verzögert und andere gar nicht ein… Inzwischen sprechen einige Herzöge mehr oder minder offen gegen ihn.

Familienbande

Prinz Ubald

Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war nie gut und hat sich in der letzten Zeit gravierend verschlechtert. Die inzwischen – wenn auch sehr einseitigen – körperlichen Auseinandersetzungen des letzten Jahres fanden ihren bisherigen Höhepunkt bei ihrer Auseinandersetzung in der Kathedrale der Heiligen Synode - direkt vor Ubalds Erwählung zum Nuntius. Es ist unklar, wie er zur Berufung Ubalds steht, aber es ist nicht zu vermuten, dass er diese positiv sieht, da der sanfte Ubald auch nicht in sein eher strenges Kirchenbild passt.

In Adelskreisen ist es kein Geheimnis, dass Warnulf seinem Sohn das Regieren des Reiches nicht zutraut und er lieber Konrad auf dem Thron sähe. Böse Zungen behaupten, dass der König selbst Zweifel an der Legitimität von Ubald habe – ein Gerücht welches zugegebenermaßen schnell aufkommt, wenn eines der Torwendil-Kinder den harten Anforderungen seiner Blutlinie nicht gerecht wird.

Prinzessin Elisabeth

Die ehemalige Zweite in der Thronfolge wird sehr vom König geliebt. Nach dem Tode Gudruns sogar noch stärker als zuvor, da er viel Ihrer Mutter in ihr erkennt. Teilweise zeigt sich dies in einer Überbehütung. Aus engsten Kreisen wird berichtet, dass er von Furcht um ihr Leben zerfressen wird und sich insgeheim wünscht, ihr möge die Last der Krone und die damit gefundenen Gefahr erspart bleiben.

Prinz Konrad

Prinz Konrad ist der 10 (oder doch nur 5?) Minuten jüngere Zwillingsbruder von Elisabeth. Der König sieht in ihm viele der Stärken (und Schwächen), die ihn selbst auszeichneten. Darüber hinaus, scheint es als habe er ein blindes Auge für dessen eigene, offensichtliche Schwächen. Es scheint, als wäre Prinz Konrad des Königs Favorit für den Thron, wobei die Herzöge diese Einschätzung schwerlich teilen.

Politisches Parkett

Das Verhältnis zu den Herzögen ist divergent. Während diese in Krisenzeiten hinter ihrem König standen scheinen einige nun die Zeit für eine Neuordnung zu sehen. Hildtrud von Warall scheint seine Anordnungen absichtlich lax auszulegen und, dass Edo von Schareck Ubald ein Podium bietet spricht Bände. Beide betonten im Kronrat mehrfach die Notwendigkeit von politischen Änderungen. Von Schareck stärkt seit jüngstem die Händler zuungunsten des alten Adels – ein Vorgehen, dass speziell seiner Börse zu statt kommt. Johannes von Crysofas, als engster Vertrauter, steht unverbrüchlich zum König und Burchard von Tornum traditionell zu der Krone. Jobst von Walden-Ahr schwenkt sein Fähnlein in letzter Zeit beobachtbar weniger enthusiastisch und scheint seine Machtposition innerhalb des Herzogtums auszubauen.

Die ultorianischen Kirche

Der König ist gläubiger Ultorianer. Die Kirche hatte über Königin Gudrun ein gerütteltes Maß an Einfluss auf den König. Mit ihrem Tod ging dieser stark zurück. Die Kirchenvertreter wandten sich darauf hin stärker Elisabeth zu. Die überraschende Berufung Ubalds verteilt jedoch die Karten neu.

Beeinflusst durch seine eigene Geschichte ist er strikter Befürworter einer harten Verfolgung von Kultisten und damit eher den Orden der Reinigenden Flamme und des Reinigendes Blutes nah.