Arachne
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Arachne ist die Botin der Dunkelheit, die immer dann über die Welt hereinbricht, wenn das Licht des Tages sich schamvoll hinter das Weltenrund zurückzieht. Ihre Welt ist die Finsternis der Nacht, wenn ein Sterblicher nicht mehr Freund von Feind unterscheiden kann und die Schatten so schwarz wie der Leib der Göttin selbst scheinen. Aus der Dunkelheit wurde sie geboren und nicht enden wollende Finsternis wird sie bringen. Arachne selbst hat den Äther, weitab von der Erde, als ihre Heimstatt erklärt. Des Tags, wenn die Sonne hell und brennend am Himmel steht, verkriecht sie sich hinter dem Erdenrund, um Kraft zu schöpfen. Doch sobald sie gestärkt ist durch die Opfer ihrer Priester, kriecht sie langsam über das Firmament. Bald erreicht sie die Sonne und ihr gewaltiger, aufgedunsener Leib verdeckt unaufhaltsam das Licht des Tages. Dann saugt sie an der Sonne, nimmt ihr soviel Kraft, wie sie kann, um ihr Licht zu schwächen. In dieser Zeit sind ihre Priester am stärksten, denn sie wissen den Segen ihrer Herrin über sich und ihre Klingen und Gifte finden zahlreiche Opfer. Doch bald ist Arachne gesättigt, sie hat genug der heißen, brennenden Säfte genossen, nun zieht sie sich wieder zurück, auf die nächste Nacht wartend.

Unter den Anhängern der Arachne gibt es eine Prophezeihung:

Die Welt ist nur ein Kokon der Spinnengöttin, in dem ihre Brut wächst und wartet. Alles Blut, das die Erde tränkt, wird von der Brut gierig aufgesogen und läßt sie im Erdinneren wachsen. In der Nacht der Prophezeihung wird der Kokon aufbrechen, die Kinder der Arachne werden herausquellen und die Welt in Blut und Finsternis tauchen und nur die verschonen, die sie dereinst mit dem Blut ihrer Opfer nährten.

Arachne selbst besitzt starke prophetische Kräfte, die sie an ihre Priesterschaft weitergegeben hat. In fast jedem Tempel befindet sich ein Orakel, ein sogenanntes Auge Arachnes. Dies ist ein Kessel, gefüllt mit dem Gift der Göttin und den Überresten ihrer stärksten Feinde. Blinde Priesterinnen, ziehen aus diesem Kessel ihre Kraft. Obenauf schwimmen die Augen der Göttin, grünen, kristallenen Facettenaugen gleichende Objekte. Durch diese Augen kann das Orakel, aber auch Arachne selbst, Einblick in die Welt der Sterblichen nehmen. Entfernt man die Augen allerdings aus dem Kessel, zu verdorren sie innerhalb einer halben Stunde zu nutzlosen Klumpen grünen Kristalls.

Die Priester der Göttin jedoch sind keineswegs an den Kessel gebunden, sie können sich frei bewegen, ganz wie es ihnen gefällt. So manch einer hat gute Verbindungen zur Diebesgilde, oder weiß eine Anzahl Meuchler hinter sich. Fast jeder Tempel jedoch hat eigene Meuchler, die des Nachts auf die fanatische Suche nach Opfern für ihre Göttin gehen, um mit grausigen Ritualmorden die Brut mit Blut zu versorgen und das Wohlgefallen der Göttin zu erlangen. Jeder, der an seiner Eingangstüre oder auf einem Blatt Papier, das man ihm zusteckte, das Zeichen der Spinne erblickt, kann sicher sein, einen Meuchler Arachnes auf den Fersen zu haben. Diese Art der rituellen Vorwarnung des Opfers ist im Volk weit und breit bekannt und gefürchtet. Sie gilt als Vorbote eines raschen, leisen und ausgesprochen blutigen Todes.

Die Priester Arachnes tragen in der Regel schwarze, dunkelblaue oder dunkelviolette Roben, es überwiegt jedoch schwarz.

Das Zeichen Arachnes ist eine schwarze Spinne auf silbrigem oder grauem Grund.

Zu Arachne hingezogen fühlen sich vor allem Menschen, Lemuren und Schattenelfen

Glaubensregeln:

  • Die Meuchler Arachnes müssen jedes Opfer vorher durch eine Botschaft in Form einer aufgemalten, schwarzen Spinne (auf einem Stück Papier, am Zelt usw.) warnen.
  • Jeder, der gegen die Interessen des Kultes verstößt, abtrünnig wird oder Geheimnisse verrät, wird ebenfalls gemeuchelt.
  • Die Priester Arachnes scheuen das Licht, sie tragen deshalb des Tags über zumindest eine Kapuze.